Burgenland Der Sektmacher aus Gols, Peter Szigeti Weinhändler Josef Szigeti aus Gols hatte gesundheitliche Probleme und bat seine Söhne um Hilfe. So kehrte Peter Szigeti 1990 nach drei Jahren als Restaurantleiter in Brasilien nach Österreich zurück, wo er gemeinsam mit seinem Bruder Norbert den Betrieb übernahm und die Sektkellerei Szigeti gründete. Ihre Idee war, Sekt nicht bloß als Nebenerzeugnis der Weinproduktion zu sehen, sondern als eigenständiges Genussprodukt mit dem sortentypischen Charakter heimischer Trauben. Von Beginn an setzten sie deshalb auf sortenreinen Sekt und die klassische Flaschengärung nach der Méthode Traditionelle. Heute führt Peter den Betrieb gemeinsam mit seiner Frau Anita. Man konzentriert sich ganz auf die Herstellung, denn eigene Weingärten besitzt die Familie nicht: Die Trauben für die Sekte stammen von Partnerwinzer:innen aus einem Umkreis von 20 bis 30 Kilometern. https://www.szigeti.at/ Die Bio-Popcorn-Pionierin Martina Schmit Von der Rechtsanwaltskanzlei aufs Feld: Martina Schmit übernahm vor gut 25 Jahren gemeinsam mit ihrem Mann den elterlichen Hof im burgenländischen Zagersdorf und gab dafür ihren Bürojob auf. Schritt für Schritt wurde aus dem vormaligen konventionellen Mischbetrieb ein vielseitiger, biozertifizierter Hof, auf dem heute mehr als hundert Hektar bewirtschaftet und ein großer Teil der Erzeugnisse selbst verarbeitet und vermarktet werden. Wie viel Erfindergeist in Martina Schmit steckt, zeigt eine ungewöhnliche Spezialität: biozertifiziertes Popcorn. Aus der Suche nach heimischem, biologischem und hybridfreiem Mais entstand bei einem Fernsehabend gemeinsam mit ihrem Sohn Martin die Idee, selbst welchen anzubauen. Die erste Ernte, veredelt zu Popcorn, war sofort ausverkauft. Heute ist Martina Schmit laut eigener Angabe die einzige in Österreich, die biozertifiziertes Popcorn herstellt. Auch sonst entwickelt Schmit immer wieder neue Produkte für die Direktvermarktung – von Ölen und Kürbiskernprodukten bis zu Nudeln aus Kichererbsen. Ihr Erfolgsrezept: nicht den Zweifeln Raum geben, sondern Ideen ausprobieren und mutig verfolgen. https://biohof-schmit.at/ Kärnten Die Bierbrauer Alois Planner und Klaus Feistritzer Alois Planner und Klaus Feistritzer wuchsen als Freunde in zwei benachbarten Gastwirtschaften in Mauthen auf. Nach der Schulzeit gingen sie zunächst getrennte Wege: Ihre Lehr- und Wanderjahre führten sie in verschiedene Teile der Welt, unter anderem nach Australien, Paris, New York und Ischgl. Zurück im Gailtal fanden sie rasch wieder zusammen und begannen, aus einem Hobby ihren Beruf zu machen: Ihr erstes Bier brauten sie in der plannerschen Küche – im Suppentopf der Oma, mit einer Stoffwindel zum Abseihen und einem Plastikkübel zur Gärung. 2007 gründeten sie die Biermanufaktur Loncium, deren erstes Sudhaus sie selbst in einem alten Stall von 1703 errichteten. Heute entstehen in Kötschach-Mauthen zahlreiche, teils ungewöhnliche Biersorten, die mehrfach ausgezeichnet wurden. Die Brauerei ist mit dem Bierhotel und Brew Pub der Familie Planner verbunden und kann bei Führunge und Verkostungen besucht werden. https://www.loncium.at/ Die Winzerin Sabine David Was heute als Weinhof vlg. Ritter in St. Paul im Lavanttal bekannt ist, begann ursprünglich als Ausgleich zu Sabine Davids Beruf als Technikerin. Zunächst wollte sie den Weinbau nur als Hobby betreiben. Die Arbeit im Weingarten und im Weinkeller begeisterte sie jedoch deutlich mehr als jene im Büro. 2010 begann sie damit, seit 2022 ist sie hauptberuflich Winzerin. Sie vinifiziert Weine aus Burgunder- und PIWI-Rebsorten (pilzwiderstandsfähige Sorten), die regelmäßig Auszeichnungen erhalten. Dazu zählen Goldmedaillen bei der Berliner Weintrophy (zuletzt 2023) sowie Gold und Silber bei der Austrian Wine Challenge (zuletzt 2025). Im Jahr 2023 nahm das österreichische Fachmagazin Vinaria Sabine David in die Liste der besten Winzerinnen Österreichs auf. Unterstützt wird sie von ihrem Mann Dominique, einem leidenschaftlichen Craft-Bier-Brauer, sowie ihren drei Kindern. „Im Weingarten habe ich gefunden, was mir im Büro gefehlt hat: Erdung, Freude – und das Gefühl, genau am richtigen Platz zu sein“, schreibt Sabine David auf ihrer Website. https://vulgoritter.at/ Niederösterreich Die Theaterkünstlerin Anna Luca Krassnigg Anna Luca Krassnigg hat fünf Vornamen, zwei Nachnamen und schier Hunderte Ideen pro Minute. Als Regisseurin, Autorin, Leiterin der Sea Change Initiative und Regieprofessorin am Max Reinhardt Seminar in Wien setzt sie viele davon um. Aktuell gilt ihre größte Leidenschaft dem Wortwiege Festival in Wiener Neustadt, das sie seit 2020 als Gründerin leitet. Mit diesem Festival macht sie ein Spektrum an inhaltsstarken und einzigartigen Theaterformen in den historischen Kasematten der Stadt erlebbar. Die nächste Ausgabe findet vom 16. Februar bis 21. März 2027 statt. Abseits der Bühne lebt sie ihre italienische Familienseite aus und tritt als Anna Luca Poloni mit ihrer Band Fox On Ice als Lyrikerin, Sängerin und Performerin auf. https://www.wortwiege.at/ Der Alpinist, Autor und Fotograf Karl Tisch Rund um den Schneeberg kennen alle den „Schneeberg-Koarl“. Er selbst kennt als Bergführer und Bergretter nahezu jeden Stein und jede Geschichte von Niederösterreichs höchstem Berg. Sein Wissen teilt er in Vorträgen, untermalt mit eigenen Fotos, und in Büchern. Karl Tisch wuchs in Puchberg am Fuße des Schneebergs auf. Der gelernte Tischler arbeitet hauptberuflich als Verschub-Lokführer bei den Österreichischen Bundesbahnen. Den Grundstein für die Liebe zum Schneeberg legte Karl Tischs Vater. Er war bei der Schneebergbahn beschäftigt und so konnte Karl als Kind öfter mit den Arbeitszügen dieser Zahnradbahn frühmorgens auf den Berg fahren und die Natur in aller Ruhe erleben. Zahlreiche Wander- und Skitouren, aber auch Rettungseinsätze folgten, und mit der Zeit entdeckte Karl Tisch das Fotografieren für sich. Vor allem die Aufnahme des perfekten Sonnenauf- und -unterganges verfolgt der Hobbyfotograf mit großer Leidenschaft. https://region-im-netz.at/produkt/karl-tisch-der-schneeberg Oberösterreich Die Blaudrucker Maria und Felix Wagner Der Blaudruck hat eine uralte Tradition und ist auch Teil des immateriellen Kulturerbes der UNESCO. In Österreich gibt es jedoch nur noch zwei Werkstätten, die sich auf diese Kunst verstehen. Neben Blaudruck Koó im Burgenland ist es die Manufaktur von Maria und Felix Wagner in Bad Leonfelden im Mühlviertel. Ihr Familienbetrieb feiert 2028 das 150-jährige Bestehen. Wie seit jeher wird hier alles von Hand gemacht: das Färben, das Drucken, das Verarbeiten zu Kleidungsstücken und hübschen Accessoires. Die Wagners können aus über 300 verschiedenen Druckmustern wählen. Als Stoff verwenden sie nahezu ausschließlich Leinen aus dem Mühlviertel. Beide lieben es, mit ihren Werken Freude zu bereiten und ein so traditionsreiches Handwerk lebendig zu halten. https://www.blaudruck.at/ Die technikaffine Kulturmanagerin Christl Baur Ein Praktikum brachte die gebürtige Münchnerin Christl Baur 2016 nach Linz und ins Ars Electronica Center. Damals studierte sie in Graz Kulturgeschichte, Kulturmanagement und belegte auch naturwissenschaftliche Fächer. Die Verbindung von Kunst, Wissenschaft und Technologie begeisterte sie so, dass sie in Linz immer mehr Verantwortung übernahm. Seit einigen Jahren leitet sie das Ars Electronica Festival, das Themen der Zukunft aufgreift und Künstler:innen aus aller Welt eine Bühne bietet. In Linz ist Christl Baur längst heimisch geworden. Wenn sie nicht gerade durch die Welt reist oder mit Projekten beschäftigt ist, ist sie im Freien anzutreffen, zum Beispiel beim Radfahren oder Laufen in den Donauauen. https://www.visitlinz.at/sichtweisen/christl-baur SalzburgerLand Die Wirtsgeschwister Barbara Kottke und Hans-Jörg Unterrainer 1326 als „Taverne zu St. Leonhard“ urkundlich erwähnt, gilt der Kirchenwirt in Leogang als ältestes Wirtshaus im SalzburgerLand. Über sieben Jahrhunderte war das Haus Raststation, Einkehr und Treffpunkt für Reisende, Pilger und Einheimische entlang der Verbindung zwischen Salzburg und Tirol. Seit rund 150 Jahren befindet sich der Kirchenwirt im Besitz derselben Familie – heute führen die Geschwister Barbara Kottke und Hans-Jörg Unterrainer den denkmalgeschützten Betrieb in sechster Generation. Beide sammelten zuvor Erfahrungen fernab der Heimat: Barbara als Marketing-Managerin, Hans-Jörg als Snowboardprofi, der sogar an Olympischen Spielen teilnahm. Gemeinsam setzen die Geschwister darauf, die Geschichte des Hauses erlebbar und die alpine Umgebung schmeckbar zu machen. Kulinarisch zählt der Kirchenwirt längst zur Spitze: Michelin-Stern, vier Hauben von Gault & Millau und zahlreiche weitere Auszeichnungen unterstreichen den Ruf als eine der führenden Genussadressen der Alpen. https://www.hotelkirchenwirt.at/ Die Skischulchefin mit 23 Jahren, Lisa Kraft Auf Höhe von Liftstütze 14 am Arlberg erreichte Lisa Kraft ein Anruf, der ihr Leben verändern sollte: Ein Freund fragte sie, ob sie die Skischule Happy in Altenmarkt übernehmen wolle. „Ok, passt!“, war ihre spontane Antwort. Denn Ärmel hochkrempeln. das kann die heute 24-Jährige: Aufgewachsen auf einem Bauernhof in Rußbach, besuchte sie die Hotelfachschule in Bad Hofgastein, war Skirennläuferin und absolvierte die Ausbildung zur Skilehrerin. Das Geld dafür verdiente sie als Kellnerin auf der Münchner Wiesn. So übernahm sie eine Skischule, die Rupert Mair 30 Jahre lang geführt hatte. Seine Erfahrung und Bodenständigkeit standen ihr zunächst noch zur Seite, während Lisa begann, die Schule mit rund 25 Skilehrerinnen und -lehrern eigenständig zu führen. Parallel zu ihrer Arbeit absolviert sie derzeit die dreijährige Ausbildung zur Physiotherapeutin – ihr zweiter Traumberuf. https://www.skischule-happy.at/ Steiermark Die Handwerkerinnen von der Vergissmeinnicht Vintage Factory In Altaussee im Salzkammergut haben sich vor rund 15 Jahren sechs kreative Frauen rund um Coco Kammerer zusammengeschlossen und die Vergissmeinnicht Vintage Factory ins Leben gerufen. Im Geschäft mit Atelier widmen sie sich ihrer Leidenschaft für Tracht und Wiederverwertung. Aus vorhandenen Materialien fertigen sie neue Lieblingsstücke: Vintage-Dirndl werden aufgearbeitet, Dirndlröcke als moderne Alternative neu kreiert. Nostalgisches Geschirr und liebevolle Handarbeiten ergänzen das Sortiment. Im Geschäft sind außerdem Produkte der Lebenshilfe Ausseerland erhältlich, zum Beispiel Keramik, Holzarbeiten und Kräutersalze. https://www.vergissmeinnicht-vintage.com/ Der Wellness-Visionär Robert Rogner Kommerzialrat Robert Rogner hat mit dem Rogner Bad Blumau eines der ungewöhnlichsten Tourismusprojekte Österreichs geschaffen. Als er im Januar 1992 in Wien den Künstler Friedensreich Hundertwasser kennenlernte, hatte Rogner eigentlich ein konventionelles Hotel für Bad Blumau geplant. Doch es kam anders. „Sie heißen Hundertwasser, ich habe hundert Grad heißes Wasser“ – mit diesem Satz kamen die beiden ins Gespräch. Statt einer klassischen Ferienanlage erdachten sie eine organisch in die Landschaft eingebettete, individuell gestaltete Anlage. Gemeinsam mit Architekt Peter Pelikan verwirklichten sie schließlich dieses weltweit einzigartige Gesamtkunstwerk, das 1997 eröffnet wurde und 2027 sein 30-jähriges Bestehen feiert. https://www.blumau.com/ Tirol Der Taktgeber Franz Tschiderer Franz Tschiderer prägte den Tiroler Tourismus wie kaum ein anderer. Früh als Musiker am Schlagzeug im Takt, wurde er später zum strategischen Vorreiter einer ganzen Branche. Nach seinem Wirtschaftsstudium in St. Gallen (CH) und einer Dissertation zur Destinationsentwicklung erkannte er das ungenutzte Potenzial der Alpen. Wie entwickelt man ein Produkt, das wirklich funktioniert? Das war seine zentrale Frage. Ein Familienurlaub mit seiner dreijährigen Tochter brachte ihn auf die Idee, sein Hotel in Serfaus als Kinderhotel zu positionieren – zu jener Zeit ein radikaler Schritt, der viel Skepsis auslöste, sich aber rasch als Erfolgsmodell erwies. Sein systemischer Ansatz wurde zur Grundlage für eine ganze Region: Als Obmann des Tourismusverbandes entwickelte er gemeinsam mit Hotels, Bergbahnen und Skischulen die konsequente Ausrichtung auf die Zielgruppe Familien. 2005 bewirkte er die Fusion von Serfaus, Fiss und Ladis. In Tourismusgremien verstand es Franz Tschiderer stets, die Fäden im Hintergrund zu ziehen. Sein Credo: Erfolg entsteht nur, wenn alle Kräfte gebündelt wirken. Für sein Lebenswerk erhielt er 2026 den Tirol Touristica Award. https://www.tirolwerbung.at/tiroler-tourismus/touristica/tirol-touristica-2026-lebenswerk Die Knödelkönnerin Nadine Kirchmair Nadine Kirchmair aus Berwang war die jüngste Chefköchin der AIDA-Flotte, bevor die Corona-Pandemie ihre Karriere auf dem Kreuzfahrtschiff abrupt beendete. Einen Tag vor dem ersten Lockdown kehrte sie nach Tirol zurück. Aus Langeweile begann sie zu Hause Knödel zu machen – und aus einem Scherz ihrer Mutter, sie könne die Knödel ja aus dem Fenster verkaufen, wurde 2020 tatsächlich die Knedlerei. Gemeinsam mit ihrer Mutter Dagmar stellt Kirchmair seither in Berwang handgedrehte Knödel her, nach Rezepten von Mutter und Großmutter und mit möglichst regionalen Zutaten. Das Sortiment reicht von Speck-, Spinat- und Kaspressknödeln bis zu süßen und veganen Varianten. Inzwischen können Besucher:innen die Produktion am neuen Standort sogar bei einer Schauproduktion erleben. https://knedlerei.at/ Vorarlberg Der Olympiasieger Alessandro Hämmerle Wenn im Montafon vom 6. bis 21. März 2027 die FIS-Weltmeisterschaften in den Disziplinen Snowboard, Freestyle und Freeski stattfinden, werden die Vorarlberger:innen einen Sportler besonders anfeuern: Alessandro Hämmerle, zweifacher Olympiasieger, aufgewachsen in Gaschurn im Montafon. Sein Spezialgebiet ist Snowboardcross, ein Wettkampf, bei dem eine Gruppe von mindestens vier Fahrer:innen gleichzeitig eine Abfahrtsstrecke bewältigt. In diesem Bewerb gewann Alessandro Hämmerle bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking sowie 2026 in Mailand-Cortina die Goldmedaille. Seine freie Zeit verbringt der Sportler am liebsten zuhause mit seiner Frau, Familie und Freunden. Im Sommer ist er neuerdings immer wieder auf Golfplätzen anzutreffen, denn dort kann er besonders gut abschalten. https://www.instagram.com/alessandro_haemmerle/?hl=de Die unkonventionelle Museumsleiterin Stefania Pitscheider Soraperra Stefania Pitscheider Soraperra, in Brixen in Südtirol geboren und ladinischer Muttersprache, studierte Kunst- und Architekturgeschichte, Geschichte, Philosophie und Archäologie in Wien, Graz und Salzburg. Sie arbeitete unter anderem am Kunsthistorischen Museum und in der Kunsthalle Wien, bevor sie 2009 die Leitung des Frauenmuseums Hittisau übernahm. Dass ausgerechnet ein kleines Museum im Bregenzerwald zu ihrem Lebensmittelpunkt wurde, passt zu ihrer Vorstellung von Kultur: Sie soll nicht im Elfenbeinturm stattfinden, sondern gesellschaftliche Fragen aufgreifen, Diskussionen anstoßen und Menschen zusammenbringen. Im Frauenmuseum arbeitet sie gemeinsam mit ihrem Team daran, Frauen- und Geschlechtergeschichte sichtbar zu machen und aktuelle gesellschaftliche Fragen aus einer Geschlechterperspektive zu beleuchten. Die Ausstellungen entstehen dabei im Austausch mit vielen unterschiedlichen Menschen, deren Erfahrungen und Wissen immer wieder neue Perspektiven eröffnen. https://www.frauenmuseum.at/ Wien Die Kekshandwerker Familie Körber In Hernals, dem 17. Wiener Gemeindebezirk, wird gebacken wie früher: Claudia Körber übernahm 2010 gemeinsam mit ihrem Mann Alexander und dessen Schwester Gabriela Gföhler den Familienbetrieb und führt damit die Kekserei Körber in zweiter Generation weiter. Die Rezepte für Vanillekipferl, Linzeraugen, Kokosbusserl, Florentiner und Mohnaugen stammen noch von der Schwiegermutter. Rund 80 Prozent der Produktion erfolgen in Handarbeit – vom Ausstechen über das Bestreichen mit Marmelade bis zum Zuckern. Besonders viel zu tun gibt es in der Vorweihnachtszeit: Von Oktober bis Dezember entstehen täglich rund 200 Kilo Kekse. Verkauft werden sie im Einzelhandel, in Bäckereien, Feinkostgeschäften, bei Heurigen und in der Hotellerie; Privatkunden können auch online bestellen. https://kekserei.at/ Die Hüterin des Schnee-Geheimnisses Sabine Perzy Was heute als typisches Wien-Souvenir in aller Welt bekannt ist, wurde tatsächlich in Wien erfunden: Um 1900 entwickelte der Chirurgieinstrumentenmechaniker und Erfinder Erwin Perzy I. die erste Schneekugel. Heute führt Sabine Perzy (37) den Familienbetrieb in vierter Generation. Rund 200.000 Kugeln werden jährlich in der Wiener Manufaktur gefertigt – noch immer von Hand. Neben Klassikern wie Stephansdom und Riesenrad entstehen auch individuelle Sonderanfertigungen. Die Glaskugeln werden inzwischen in alle Welt exportiert, besonders wichtig ist der japanische Markt. Eine Besonderheit steckt auch im Inneren: Der Schnee ist ein Firmengeheimnis, die Flüssigkeit im Inneren der Kugel dagegen ganz gewöhnliches Wiener Leitungswasser. https://schneekugel.at/geschichte 52